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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!
Ein gutes neues Jahr, viel Erfolg und Gesundheit im Jahr 2012! Wir dürfen auf ein ereignisreiches Jahr 2011 zurückblicken. Einmal mehr konnten wir zeigen, dass eine organisierte Vertretung des Berufsstandes von höchster Wichtigkeit ist um nachhaltig unsere gemeinsamen Interessen für die Zukunft zu sichern. So gelang es beispielsweise in Zusammenarbeit mit Vertretern der Steiermärkischen KAGes und der Ärztekammer die geplante Ausbildungsrotation in die finale Phase zu bringen. Eine ausgewogene und fachlich sinnvolle Ausbildung ist eine wesentliche Basis für die eigenen Berufsperspektiven. Vor allem hinsichtlich der demographischen Entwicklung der anästhesiologischen Fachärzteschaft und dem drohenden Nachwuchsmangel in unserem Fach, rückt der Stellenwert neuer Ausbildungsmodelle in den Vordergrund. Hinzu kommt, dass die derzeit in den Ausbildungsstättengenehmigungen vorgesehenen Fachausbildungszeiten in den steiermärkischen Spitälern nach Umsetzung des Regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG) nicht mehr den vermittelbaren Ausbildungsinhalten entsprechen.
Der Regionale Strukturplan Gesundheit 2011 wurde mit Spannung erwartet. Auch für uns Anästhesisten ergeben sich im Zusammenhang damit viele Fragen. Etwa wie viele Fachärzte in welchen der vier Teilbereiche der Anästhesie künftig im Rahmen der Zunahme tagesklinischer Leistungen und Abteilungsverlegungen sowie Zusammenlegungen benötigt werden. Als Vorbote einer unerfreulichen Entwicklung gilt jedenfalls, dass analog zum Österreichischen Strukturplan Gesundheit(ÖSG) auch im RSG die Abteilungen für Anästhesiologie und Intensivmedizin unerwähnt bleiben. Gerade die intensivmedizinische Versorgung darf aufgrund des unterschiedlichen Patientengutes (operativ - nicht operativ) jedoch keinesfalls ohne uns stattfinden. Es gilt gegen die Schwächung dieses ureigenen Standbeins unseres Faches mit aller Konsequenz vorzugehen und sich konstruktiv kreativ in künftige Planungsszenarios einzubringen.
Mit großem Interesse verfolgen wir auch die Reformschritte im Bereich der notärztlichen Ausbildung im Sinne des §40 des Ärztegesetzes. Hier muss einerseits auch in Zukunft auf die Einbindung der relevanten Fachdisziplinen (allen voran Anästhesie, Innere Medizin, Chirurgie) im aktiven Notarztrettungsdienst geachtet werden. Andererseits bleibt die Forderung aufrecht, die notwendigen anästhesiologischen Kompetenzen (Skills) in ausreichender zeitlicher Form in der Ausbildung zum Notarzt zu implementieren. Hier darf auch das Argument eingebracht werden, dass unser Sonderfach im Rahmen der Ausbildung zum Facharzt das am breitesten gefächerte ist. Wir haben wiederkehrend mit allen Altersgruppen und diversen Begleiterkrankungen zu tun. Wir sind befähigt über die präoperative Untersuchung, die anästhesiologische Versorgung (intra- und postoperativ) und über die Intensivmedizin den Anforderungen der Notfallmedizin am besten gerecht zu werden. Zum Zweck der nachhaltigen Sicherung der Qualität in der prä- und innerklinischen Notfallmedizin darf demnach der Anteil der anästhesiologischen Ausbildung des Notarztes nicht zu kurz kommen. Wir werden die weiteren Entwicklungen jedenfalls genau beobachten und uns konstruktiv in die Diskussion einbringen.
Beruf verbindet - Berufsverband, komm auch Du und mach mit!
Ihr Johann Kainz (Präsident) |